VBT Beastmode

Therwils Herren aus der 2. Liga werfen mit dem VBC Fully ein NLB Team aus dem Cup

Ein Doppelter Klassenunterschied, der Vierte der regionalen 2. Liga gegen den Sechsten der NLB Westgruppe. Dennoch ein Fight auf Augenhöhe. Mit 3:2 schlagen die Baselbieter die höherklassierten Walliser.

Logo VB Therwil VB Therwil (2L) –  La Mobilière Fully (NLB)

3:2 (25:20, 18:25, 22:25, 25:17, 15:11)

01.12.2019 / Mobiliar Volley Cup Runde 5 / 99er Sporthalle / Therwil

Starting Six’

VB Therwil: Zenners – J. Stöcklin – Leibundgut – Jovanovic – Wildhaber – B. Stöcklin und Libero Huber

VBC Fully: Dufils – Gay – Chiarelli – Pavlovic – V. Dupont – Sonne und Libero Nijs

Der Mobiliar Volley Cup

Cuppartien bieten immer einen besonderen Reiz, man spielt oftmals gegen Teams, denen man sonst nie begegnen würde. Auch die Motivation, sich mit höherklassigen Mannschaften zu messen und diesen ein Bein zu stellen, ist ein wichtiger Faktor. Als Underdog hat man nichts zu verlieren, und man hört oft den Spruch ‘wir versuchen, mindestens einen Satz zu holen’. Als Oberklassiger kann man sich hingegen ziemlich blamieren.

Bisher im Cup

Therwil konnte sich in der ersten Runde des Cups gegen Los Unidos durchsetzen, eine Mannschaft aus der Aargauer zweiten Liga. Mit einem Freilos ging es direkt in die dritte Runde, wo man sich problemlos gegen Kanti Limmattal (3. Liga) durchsetzte. Nochmal ein Freilos, und die Cuppart(y)ie gegen ein NLB-Team konnte kommen.

Für den VBC Fully war es hingegen das erste Cupspiel, da die NLB erst in dieser 5. Runde einsteigt.

Das Spiel

Satz 1 – Schon die Sensation?

Voll motiviert, aber noch nervös begann das Heimteam die Partie. Standesgemäss lag Therwil schnell mit 2:5 hinten, was aber nur bedingt am Gegner lag. Es gelang den Baselbietern jedoch bald, die Unsicherheit abzulegen und selbst Druck aufzubauen. Einen Eindruck, wie das Spiel sich entwickeln könnte, hatten die Zuschauer nach dem ersten  Fully Timeout (6:5 für Therwil). Die Gastgeber zogen auf 10:5 davon, nutzten vor allem die Annahmeschwäche des Gegners gut aus. Diese blieben bis auf einige sehr gute Angriffe über die Mitte weit unter dem Niveau, das man von einer Equipe der NLB erwartet hatte.
Aber auch Therwil hatte oftmals Mühe mit den Services der Walliser. So konnten diese zum 16:16 ausgleichen, und der Satz drohte wieder zu kippen. Die Leimentaler zeigten aber mentale Stärke, zogen wieder davon gingen mit dem 25:20 1:0 in Führung.

Satz 2 – Ernüchterung

Nun war aber auch Fully im Spiel angekommen. Während die Therwiler auf dem Feld noch den ‘Schock des gewonnen Satzes’ verdauten, griff ihre Trainerin d’Agostini schon bei 0:3 mit einem Timout ein. Dieses zeigte Wirkung, und die Gastgeber konnten ausgleichen. Lange hielt der Effekt aber nicht an, und auch das zweite Timeout bei 5:9 half nicht viel. Fully zog immer weiter davon, während Therwil sich zwar bemühte, aber nur noch vereinzelt erfolgreich agieren konnte und viele Fehler beging.
Bei 15:24 hatten die Walliser ihren ersten Satzball, verwerten konnten sie dann aber erst den Vierten zum 18:25.

Satz 3 – Hierarchie hergestellt

Während im zweiten Durchgang noch beide Teams mit den ursprünglichen sechs begann, ersetzte Fully für den dritten Satz Pavlovic durch Ch. Dupont. Zu Beginn erkämpften sich die Gäste einen kleinen Vorsprung (5:1), aber Therwil kam zurück und ging seinerseits in Führung. Die Entscheidung in diesem Durchgang fiel, als die Walliser einen 12:10 Rückstand nach einer Auszeit in eine 12:17 Führung verwandelten. Auch zwei Timeouts von Nina D’Agostini hinderten sie nicht daran, aber immerhin fing sich ihr Team danach wieder. Dem Gastgeber gelang es, den Spielaufbau besser zu kontrollieren, was sofort zu grösserer Effizienz im Angriff führte. Vor allem Dragan Jovanovic, Captain der Baselbieter, lud in dieser Phase sein Skorerkonto auf. Fullys Coach Peychev nahm bei 17:18 sein zweites Timeout, und stoppte damit die Aufholjagd des Gegners. Näher kam Therwil nicht mehr heran, und am Ende bei 22:25 war die Ligahierarchie wieder hergestellt.

Satz 4 – VBT Beastmode!

Wieder gab nach dem Seitenwechsel kleine Änderungen in der Aufstellung. Bei Therwil blieb Leandro von Krannichfeldt, der kurz vor Schluss des letzten Satzes für Julian Stöcklin eingewechselt wurde, auf dem Feld. Beim Gegner ersetzte Maurice Carpentieri Maxime Chiarelli.
Auch jetzt erwischte Fully den besseren Start, konnte sich aber nicht absetzen, und musste nach wenigen Bällen Therwil die Führung überlassen. Die Gastgeber schafften es auch nicht, davonzuziehen, und das Spiel blieb bis zum 11:11 ausgeglichen. Dann zeigte sich immer mehr, wieso der Schlachtruf der Heimmannschaft ‘VBT-Beastmode!’ lautet. Sie kämpften um jeden Ball, und erhöhten auch im Angriff den Druck.
Die zweite Hälfte des Satzes wird am besten durch die Eingriffe von Fully-Coach Peychev erzählt: Timeout bei 14:11 , Spielerwechsel bei 15:11 (Rossat für V. Dupont), Doppelwechsel bei 14:9 (Schnidrig und Pavlovic für Ch. Dupont und Dufils), Timeout bei 20:15, und der Doppel-Rückwechsel bei 24:17. Mit dem 25:17 erzwang Therwil einen Entscheidungssatz.

Tiebreak – Die Dämme brechen

In diesem letzten Satz setzten beide Coaches wieder auf die Anfangfsaufstellung des vierten Durchgangs.
So ausgeglichen wie zu Beginn des Satzes war das Spiel noch nie, es ging hin und her. Auch die Coaches waren sich bewusst, dass man den Gegner auf keinen Fall wegziehen lassen konnte und nahmen frühe Timeouts (Therwil bei 2:3, und Fully bei 4:3). Die Seiten wurden bei 7:8 für die Gäste gewechselt, und diese mussten zwei Blockpunkte von Raphael Leibundgut später ihr letztes Timeout nehmen. Auch die beiden folgenden Ballwechsel entschieden die Baselbieter für sich.
Der Zwischenspurt war bereits die Vorentscheidung. Fully kam nicht mehr näher als zwei Punkte an Therwil heran, und mit einem Angriffsfehler der Walliser endete das Spiel.
Das 15:11 und somit der 3:2-Sieg für die Leimentaler liess alle Dämme brechen, die Sensation war geschafft.

Spielverlauf grafisch

Fazit

Obwohl Therwil auf Mittelblocker Andy Walzer und Libero Enea Canova verzichten mussten, zeigten sie eine sehr starke Leistung. Im Angriff effizenter und in der Verteidigung wacher und kämpferischer als ihr Gegner war der Sieg keinesfalls unverdient. Fully konnte in der Meisterschaft bisher nur ein Spiel gewinnen. Das Team vermittelte manchmal den Eindruck, dass man das Siegen durchaus verlernen kann…

Überragender Spieler war Therwils Captain Dragan Jovanovic, der allein für 29 Punkte verantwortlich zeichnete. Mit Benny Stöcklin (12) und Raphael Leibundgut (11) knackten noch zwei Therwiler die 10er Marke.
Bei Fully kamen Ludovic Gay und Norton Sonner auf jeweils 15 Skorerpunkte, Vincent Dupont immerhin noch auf 10.

Die Teams

Therwil: T D’Agostini Nina – TA WengerAlex
6 Heiz Julian – 7 Stöcklin Benny – 10 Jovanovic Dragan (C) – 12 Zenners Patrick – 14 Stöcklin Julian – 15 Wildhaber Adi – 18 Leibundgut Raphaël – 30 Pozar Janes – 54 van Krannichfeldt Leandro – 3 Huber Thomas (L)
Abwesend Canova Enea – Walzer Andy (als Physio auf dem Matchblatt)

Fully: T Peychev Alexandre – TA Roserens Florian
1 Rossat Thomas – 2 Dufils Albain (C) – 4 Pavlovic Nesta – 5 Dupont Vincent – 6 Carpentieri Maurice – 7 Gay Ludovic – 8 Schnidrig Florian – 9 Sonner Norton – 11 Dupont Ch. – 12 Schnork Romain – 13 Chiarelli Maxime – 16 Nijs Nicolas (L)

Schiedsrichter: Maddalena Yasmin – Spahni Hugo

Die nächste Runde

Am 15.12.2019 um 14:00 Uhr müssen die Therwiler Herren in der Sporthalle Chapf beim VBC Windisch antreten.  Ihr Gegner, ebenfalls aus der zweiten Liga, hatte in der ersten, dritten und fünften Runde ein Freilos. Unterschätzen darf man sie allerdings nicht, haben sie doch mit dem VBC Chur (3:0) und dem VBC Gelterkinden (3:2) bereits zwei Erstligateams überwunden.

 

Video zum Spiel

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