Mein Fazit der Volley Final Four 2017

Über eine Woche ist nun seit dem Ende der Veranstaltung vergangen, die Bilder sind bearbeitet. Zeit für mein Fazit der Volley Final Four, Ausgabe 2017.

Die Organisation: Aus meiner Sicht hat alles geklappt, was wirklich wichtig war. Ein Programmheft lag auf, dieses wurde mit einem Update am Sonntag ergänzt.
Teams, Schiedsrichter und Schreiber waren jeweils vor Ort, auch das Publikum wusste, wo was stattfinden sollte. Meistens zumindest, so wurde ich in den ‘Maladière-Hallen’ gefragt, wo denn die anderen beiden Spielfelder seien. Vermutlich war das eine Ausnahme.
Ansonsten: Hut ab, mit 32 Teams und zwei Locations so etwas auf die Beine zu stellen verdient Respekt.

Der Ablauf: Manchmal etwas unvorhersehbar. Vielleicht nicht für den Zuschauer, aber für mich als Fotografen nicht immer nachvollziehbar. Nach welchen Kriterien laufen die Teams bei der Eröffnungszeremonie ein? Und auf welcher Seite? Ich konnte kein Muster erkennen, auch nicht bei der Siegerehrung. Immerhin, ich hatte Glück: Bei der Eröffnung waren von der Mitteltribüne aus beide Seiten gut einsehbar. Die Siegerehrungen fanden zwar parallel statt, doch das erste (für mich) relevante Team wurde auf der einen Seite, die restlichen vier Mannschaften dann auf der anderen geehrt. Somit blieb mir einiges an Laufarbeit und Stress erspart.
Schade, aber verständlich, fand ich, dass bei den Zeremonien einige Teams in ‘Zivil’ aufmarschierten. Das lässt sich aber wohl kaum vermeiden, wenn zwischen Präsentation und Spiel beinahe 9 Stunden liegen.

Das Sportliche: Das Niveau der Spiele war hoch, mehr als die Hälfte aller 32 Begegnungen gingen über vier oder gar fünf Sätze. Der klarste Satzgewinn wurde mit einem 25:6 notiert, gewonnen hat aber die andere Mannschaft.
Für mich persönlich war es natürlich schön, dass vier Teams aus der Region mit Edelmetall heimkehren konnten.

Die Zuschauer: Es war immer etwas los in den beiden Hallen, naturgemäss in der mit Tribünen ausgestatteten ‘Riveraine’ einiges mehr als bei den ‘Maladière’ Spielfeldern. Was ich nicht beurteilen kann, ist das Zuschauerinteresse ausserhalb der Volleyball-Familie. Es war ein Turnier mit 32 Teams im Juniorenalter, die Jüngsten sind unter 15. Da ist es klar, dass viele Eltern, Verwandte, Freunde oder auch einfach Fans des Clubs in der Halle waren.
Auch war am Sonntag die Diskrepanz zwischen den Locations um vieles grösser. Kein Wunder, fanden doch alle Spiele um Gold in der ‘Riveraine’ statt. Mir kamen die Spiele um Platz drei sehr abgewertet vor, fast ein bisschen wie ‘verbannt’. Wie man es hingegen besser machen könnte, weiss ich auch nicht.

Der neue Modus: Nur die besten Mannschaften haben sich den Platz an den Volley Final Four erkämpft. An diesen beiden Tagen ging es um alles oder nichts. Spannung war vorprogrammiert, wurde auch geboten.
Das Volley Final Four zeigte tollen Sport, es war ein Erlebnis. Für die, die teilnehmen konnten.

Dieses eine Finalturnier, die Schweizer Meisterschaft, hat einen hohen Stellenwert. 32 Teams nahmen teil. Nicht so wie früher bis zu 120 Mannschaften, an vier getrennten Turnieren. Der Regionalmeistertitel von den U15 bis zu den U19 berechtigt nicht mehr zur direkten Teilnahme am Kampf um den nationalen Titel. Nur bei den U23 wurden Qualifikationen für die SM schon vorher durchgeführt, was aber immerhin 24 Teams die Teilnahme an den Finals ermöglichte.
Auch die Turnierform mit Gruppenspielen vor der K.O. Phase bot ein sowohl den Mannschaften wie auch den Zuschauern ein ganz anderes Spektakel.

Der neue Modus sorgt für ein hohes Niveau am Final Four. Aber leider auch dafür, dass der sportliche Höhepunkt für viele Jugendliche ‘die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier’ ist.
Das ‘Erlebnis Finalturnier Schweizer Meisterschaft’ rückt in weite Ferne.

Zumindest für zwei weitere Jahre.