Die Null muss stehen. Ein Zitat von Huub Stevens, unterdessen geflügeltes Wort im Fussballerjargon. Zurzeit steht die Null beim VB Therwil auch. Null Niederlagen, und auch gegen Gerlafingen null verlorene Sätze. Es hätte aber auch anders kommen können.

VB Therwil – VBC Gerlafingen 3:0 (25:21, 26:24, 25:13)

Die Ergebnisse der einzelnen Durchgänge zeigen schon, dass das Resultat auf dem Papier klarer aussieht, als es das Duell auf dem Feld war.

Gerlafingen reiste nicht nur ohne Trikots, sondern auch ohne die Stammspielerinnen Aniara Munoz und Yara Miescher sowie der zweiten Passeuse Sarah Häfliger an. Ginggu-Coach Christian Ruff blieben also nicht viele Optionen für die Aufstellung. Das Problem mit den Trikots konnte jedoch noch rechtzeitig gelöst werden.

Therwils Trainerduo Jörg und Katalin Spitzley setzten auf die bewährte Formation, mit der Ausnahme von Michèle Mathies die für Audrey Wallnöfer in der Startaufstellung stand.

Erster Satz (25:21, 21 Minuten)

Der erste Satz wurde von kurzen Ballwechseln geprägt. Therwil hatte zwar Mühe in der Serviceannahme, glich das Manko aber im Angriff und im Block wieder aus. Gerlafingen hielt problemlos mit, und so entwickelte sich ein schnelles Kopf-an-Kopf Rennen bis zum Stand von 13:15 für die Gäste. Den Solothurnerinnen unterliefen einige Eigenfehler, und trotz des Timeouts bei 16:15 hiess es kurz darauf 20 :16 für Therwil. Das zweite Timeout von Gerlafingen stoppte zwar den Zwischensprint der Baselbieterinnen, doch diese vier Punkte Vorsprung hielten sie mit konsequentem Sideout-Spiel und einem Timeout bei 23:20 bis zum Satzende.

Zweiter Satz (26:24, 27 Minuten)

Für den zweiten Durchgang kam beim VBT dann Audrey Wallnöfer aufs Feld, so dass die Gastgeberinnen mit ihrer stärksten Formation antraten. Davon war aber zu Anfang nicht so viel zu sehen. Therwil spielte weiterhin unkonzentriert und mit ungewohnt vielen Fehlern. Auf der anderen Seite des Netzes nahmen die Solothurnerinnen aber nicht nur Geschenke an, sondern versuchten, den Druck hoch zu halten. Dies gelang, bis sich die Baselbieterinnen aufrappelten und nach einem zwischenzeitlichen Vier-Punkte- Rückstand und einem Gerlafingen Timeout bei 7:6 erstmals mit zwei Zählern in Führung lagen (8:6).

Aber auch das Heimteam konnte sich nicht entscheiden absetzen, wie zuvor ihr Gegner gaben sie einen Vorsprung von vier Zählern gleich wieder Preis, was prompt zu einem Timeout von Jörg Spitzley führte (13:13).  Damit war der Satz weiterhin offen, plätscherte aber bis zum Timeout von Ginggu bei 19:17 vor sich hin.

Erst mit der Serviceserie von Viktoria Sataric bis zum 19:23 kam – vor allem auf Gerlafinger Seite – wieder Stimmung auf, welche auch das Timeout von Therwil bei 19:20 nicht durchbrechen konnte. In dieser Phase war es der Gast, der für einmal auch die längeren Ballwechsel für sich entscheiden konnte, und folgerichtig bei 20:24 zum ersten Satzball kam. Dieser konnte, wie auch die nächsten drei, von Therwil abgewehrt werden, wenn auch zum Teil nur mit einigem Glück. Nach dem Ausgleich waren es zwei Angriffsfehler von Gerlafingen, welche dem Heimteam die 2:0 Satzführung schenkten.

Dritter Satz (25:13, 18 Minuten)

Zum Start vom dritten Durchgang brachte Therwils Coach Spitzley dann wieder Michèle Mathies sowie Michela Vacilotto für Stéphanie Bannwart am Zuspiel. Die Wechsel, die Euphorie des in Extremis gewonnen vorangegangen Satzes und wohl auch etwas Frustration bei Gerlafingen führten zu einem Komplett anderen Bild auf dem Feld. Therwil gelang fast alles, den Gästen so gut wie nichts. Das Timeout bei 3:0 half nicht, erst beim Stand von 6:0 für die Baselbieterinnen brachte Gerlafingen etwas Zählbares zustande.

Aufgegeben hatten die Solothurnerinnen sich jedoch nicht, mit etwas Hilfe der Gastgeberinnen zwangen sie diese zu einem Timeout (7:5) und kamen danach wieder auf einen Punkt heran. Die Antwort des Tabellenführers kam postwendend. Therwil zog nochmals davon, stellte den Abstand von 6 Punkten wieder her.

Darauf konnten die Solothurnerinnen nicht mehr reagieren, das Heimteam konnte einen Mindestvorsprung von vier Zählern halten und ab Mitte Satz den Abstand weiter bis zu den 12 Zählern Differenz am Ende ausbauen. Die Zuschauer kamen immerhin noch in Genuss von einigen schönen Verteidigungsaktion auf beiden Seiten, auch wenn sich keine echte Spannung mehr entwickeln konnte.

Punkteverlauf VB Therwil – VBC Gerlafingen

Nach dem Spiel

Therwil zeigte in diesem Spiel keine Glanzleistung, dies sah Coach Spitzley auch so. Er war aber mit der Moral zufrieden, und sein Team zeigte wieder einmal, wie viel die Abgeklärtheit in diesem Sport wert sein kann.

Für Gerlafingen wäre an diesem Samstag mehr drin gelegen, aber die Absenz von zwei Stammspielerinnen wog zu schwer. Zu viel Last lag auf den Ausländerinnen Steffen (D), Sullivan (USA) und vor allem auf der Brasilianerin Leite Pereira.

Die Null steht weiterhin, Therwil bleibt ungeschlagen mit sieben Punkten Vorsprung auf Münchenbuchsee an der Tabellenspitze. Gerlafingen liegt auf dem 6. Rang, nur einen Zähler hinter Platz vier, welcher den sicheren Ligaerhalt bedeuten würde.

Das nächste Spiel von Volleyball Therwil findet am 15. Dezember um 17:30 statt. Der Gegner in der 99er Sporthalle wird der der VBC Val-de-Travers sein.

Tabelle/Resultate:

Game-Center von Swissvolley (Frauen – Nationalliga B – Qualifikation – West)

Spielbericht:

VB Therwil

Medien:

Zusammenfassung des Spiels (Steinhausen) und weitere interessante Ballwechsel:

Der selbe Bericht, aber die Bilder aus einer anderen Perspektive

 

In meiner Galerie auf Flickr könnt ihr alle Fotos sehen und die Dateien auch herunterladen.

Hier die ersten 20 Bilder:

181208 VB Therwil – VBC Gerlafingen

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